BMI – der Body Mass Index

Das Maß, um zu bestimmen, ob jemand ein „gesundes Gewicht“ hat, ist überwiegend der BMI oder Body Mass Index. Vielen Menschen wird das noch in Schulen beigebracht. In der Tat wird der BMI auch noch von vielen Ärzten und in medizinischen Gutachten für Versicherungszwecke genutzt. Darüber hinaus nutzt die Weltgesundheitsorganisation WHO den BMI sowie verschiedene andere offizielle Körperschaften inklusive Universitäten. Der BMI ist jedoch mangelhaft und nutzlos! Das ist ein Fakt, den sogar schon der Mann erkannte, der die Nutzung des BMI popularisierte: Ansel Keys, der explizit sagte, dass der BMI nicht als ein Tool für die individuelle Diagnose genutzt werden solle.  

Der BMI errechnet sich nach folgender Formel:  

 

                    Gewicht
BMI =    ----------------------------
                     Größe²

 

Gewicht geteilt durch Körpergröße zum Quadrat.

 

Die Angabe des Gewichtes erfolgt in Kilogramm, die Größe wird in Meter angegeben.

 

Es gibt viele Gründe, warum unser kulturelles Vertrauen auf den BMI als ein Mittel, um „Gesundheit“ zu bestimmen sehr problematisch ist:

 

Foto: Getty Images
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1. Der BMI zieht nicht den Fakt mit ein, dass Muskelgewebe dichter als Fett ist.

Daraus folgt, dass häufig Athleten und Bodybuilder als fettleibig oder übergewichtig ermittelt werden – trotz ihrer unglaublichen Fitness! Nur weil ihre Körper eine größere Muskeldichte haben ... Jeder Mensch mit extrem gut ausgeprägter Muskulatur hätte laut des Body Mass Index Übergewicht. Welch Vorurteil!

 

Beispiel: Boxweltmeister Wladimir Klitschko ist 1,98 Meter groß und hat ein austrainiertes Kampfgewicht von 110 kg (bei einem Körperfettanteil von nur sechs bis acht Prozent). Sein BMI liegt bei 28. Gemäß dieser Berechnung würde Klitschko als übergewichtig gelten!

 

2. Der BMI bezieht nicht die Größe oder den Körpertypen mit ein!

Große Menschen werden immer einen höheren BMI haben unabhängig ihres aktuellen Gewichts, aufgrund der Art und Weise wie die Messung konstruiert ist. Kleinere Menschen haben hingegen immer einen kleineren BMI.

Beispielrechung:

Mann: 80 kg, 1,85 m = BMI 21,6

Mann: 65 kg, 1,70 m = BMI 19,1

 

3. Obwohl Frauen sowohl im Durchschnitt kleiner sind als Männer als auch genetisch bedingt einen größeren Körperfettanteil haben, wird das in der BMI-Berechnung nicht berücksichtigt. Stattdessen wird für beide Geschlechter die gleiche Formel benutzt.

 

4. Auch das Alter spielt bei der BMI-Berechnung keine Rolle, geschweige denn die Veränderung der Körpergröße während der Wachstumsphase. Ein Teenager, der noch nicht ausgewachsen ist bzw. sein normales Erwachsenengewicht erreicht hat, wird mit den gleichen Standards gemessen wie ein ausgewachsener Mensch.

 

Kombiniere diese Fakten und du hast dein Katastrophenrezept beisammen. Überall auf der Welt werden Menschen verschiedener Körpertypen, Altersgruppen und Ethnien von Ärzten, Familienmitgliedern, Universitäten und Krankenversicherungen geraten, sich an ein einziges, „universelles“ Gesundheitsmaß zu orientieren, welches ursprünglich ausschließlich für weiße europäische Männer im 19. Jahrhundert konzipiert wurde. Es ist Zeit für ein Umdenken!

 

Sebastian Finis

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